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RiftRoamers
Vor mehr als einer halben
Million Jahren schufen einige antike Zivilisationen - diese sind heute als
Builder bekannt - ein Netzwerk aus Sternentoren, das einst die
gesamte Galaxis umfasste und möglicherweise sogar Verbindungen in
andere Galaxien ermöglichte. Über den genauen Zweck dieses gigantischen
Vorhabens spekulieren nicht nur die Menschen seit geraumer Zeit, ohne
der Erklärung auch nur einen Schritt näher zu kommen.
Der größte Teil des Netzwerkes - so es überhaupt noch ein
zusammenhängendes Netzwerk gibt - ist heute unerforscht. Nahezu jeder
bedeutende Konflikt zwischen zwei Zivilisationen in der Galaxis liegt darin
begründet neue Kenntnisse über dieses Netzwerk zu erhalten. Gerüchte über
Segmente einer antiken Gesamtkarte kursieren Allenortes. Immer wieder
tauchen Alien-Relikte auf, denen man die eine oder andere Beziehung zu
den Toren oder ihren Erbauern nachsagt. Und da der Handel mit
Relikten nicht immer Legal ist, existiert ein blühender Schwarzmarkt.  Das genaue Funktionsprinzip der Tore und dessen technische Umsetzung
sind den Menschen nicht genau bekannt und Gegenstand stetiger
Forschungen und Phantastereien. Im All treten die Tore als mehrteilige
Strukturen auf, deren einzelne Segmente ringförmig um den Tunneleingang
angeordnet einen oder mehrere hintereinander zu durchquerende Ringe
bilden. Planetentore - sie sind offenbar technisch viel weiter
entwickelte Pendants - sind als solche nicht erkennbar solange sich
kein Durchgang öffnet. Die Sternentore stellen wurmlochartige Verbindungen über weite
Strecken zur Verfügung und werden von allen Rassen genutzt. Ein
Automatismus hält die Tore instand und die Routen passierbar.
Spezielle planetengebundene Sternentore existieren - wie bereits
erwähnt - ebenfalls, verbunden durch ein antikes selbsterhaltendes Straßennetz,
passierbar von nahezu jedem Fahrzeug mit geschlossener Fahrgastzelle. Fazit: Das Netzwerk der Sternentore - seien diese nun orbital oder
planetar - ist nicht einmal ansatzweise vollständig erforscht. Es
existieren viele einzelne nicht zusammenhängende Segmente und nur
wenige durchgehend nutzbare Routen. Allen gemein ist jedoch, das das
Netzwerk jedem offensteht der in der Lage ist ein solches Sternentor zu
erreichen. Willkommen im 4. Jahrtausend - Willkommen in der Zukunft...
Die Gesellschaft des 4. Millennium 
Die Gesellschaft des Jahres 3030 AD zeichnet ein fremdes und
unheilvolles Bild von der menschlichen Existenz. Amok gelaufene
biotechnologische Experimente, durch den Cyberspace marodierende AIs,
die Neuentwicklung von Stadtstaaten inmitten der interstellaren
Bündnisse und aus den unbekannten Weiten des Universums auftauchende
und vermehrt feindliche Fremdrassen schaffen eine Aura der
unterschwelligen Angst in der Bevölkerung, die sich in verzweifelter
Resignation ob der Realität und in gewaltvollen offenen Aufständen der
minderbemittelten Masse äußert.
Polizeistaaten sind vorherrschend,
ein Zeugnis politischer Unfähigkeit. Aberglaube herrscht über
technologische Errungenschaften. Der Glaube an höhere Wesen, die
Götter, gewinnt wieder an Einfluss. Die Mehrheit der Menschen
verkriecht sich im Untergrund, ist Teil einer geistlichen oder
politischen Bewegung, gehört einer militärischen Einheit an oder zieht
mit rebellierenden Nomadenpacks umher, die das Land fernab der
Zivilisation bewohnen.
Unter dem Mantel der Einigkeit und
politischen Korrektheit brodelt ein Feuer, dessen Nahrung die Erblast
einer längst überwundenen Unterdrückung der gesamten Menschheit durch
eine feindliche Fremdrasse, die Morlorn, ist und deren Narben sie noch
heute im Antlitz ihrer Existenz trägt.
Es ist ein Feuer der Furcht vor
dem unbekannten Bösen unter den Sternen, der Erscheinung einer
Prophezeiung, deren Inhalte in jeder bekannten Religion erwähnt werden,
deren Ursprung selbst den seit Jahrtausenden etablierten nicht
menschlichen Zivilisationen ein Rätsel ist und deren ultimative Aussage
die Vernichtung allen zivilisierten Lebens ist.
Es ist ein Feuer der
Ruhelosigkeit, denn der Mensch ist nach dem Verlust seiner Wiege, der
Erde, ein rastloses Volk geworden, ständig und unter allen Umständen
jederzeit bereit sich seinen Platz im Universum zu schaffen, um eines
Tages wieder zurückkehren zu können an den Ort, der ihn einst
geschaffen hatte.
Es ist ein Feuer der
Verbissenheit, ob des Kampfes der noch immer tobt im Sol System, dessen
dritter Planet von den Morlorn verbrannt, ausgebeutet und terraformiert
wurde, dessen Atmosphäre jetzt dem Menschen gegenüber so feindlich
ist, wie sie es nur sein kann und dessen Eroberer ihn noch immer mit
ihrer machtvollen Kriegsmaschinerie besetzen. Hartnäckig und seit
vierhundert Jahren mit unverminderter Macht.
Es ist ein Feuer der Hoffnung in
den Herzen derer, die sich nicht von der überall umgreifenden
Resignation leiten lassen, sondern auf eigene Initiative den Kampf
gegen das Unheil dieser Tage aufgenommen haben und im Untergrund, auf
der Schneide zwischen Legalität und Verbrechen oder in den höchsten
Positionen politischer, wirtschaftlicher oder moralischer Macht Seite
an Seite mit Gleichgesinnten versuchen ein besseres Leben zu leben.
Es ist die hässliche Fratze einer
Cyberpunk-Vision, die die Gesellschaft auf die Gesichter der Menschen
zeichnet, deren Sprung zu den Sternen nicht die allgegenwärtige Präsenz
eines "high tech, low life"-Lebensstandards und die Müllhalden der
elitären Wohlstandsgesellschaft hatte abstreifen können.
Es ist unsere Zukunft, die sich
vor Schmerzen krümmend vor unseren Füßen ausbreitet und mit jedem
zuckenden Atemzug darum bettelt durch Gerechtigkeit und Frieden von
ihren Qualen erlöst zu werden. Ist dies unsere Zukunft?
Es ist auch eine Zeit voller
technischer Wunder, voller faszinierender Kulturen und voller Chancen.
Doch scheint es, das niemand diese so richtig wahrzunehmen vermag.
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